Geschichte des Vereins

 

Der Anfang

Es war am 18. August 1979, als die «Wüest-Sippe», nämlich Beata, Marlene, Hansruedi und Werner Wüest, einen Schwarzpulver-Schützenklub gründeten. Als Krienser tauften diese angefressenen Vorderladerschützen den neuen Verein auf den Namen Choglegiesser Pilatus. Die Namensbezeichnung sollte gleichzeitig darauf hinweisen, dass sie die Geschosse beziehungsweise die Kugeln eigenhändig selber giessen.

 

Trainingsplatz Gnappi

«Übung macht den Meister», das gilt auch für die Vorderladerschützen, mir der Suche nach einem geeigneten Übungsplatz fanden sie im Jahre 1980 im Stanser Gnappiried eine Möglichkeit im offenen Gelände. Kameradschaftlich und gastfreundlich zeigten sich die Pistolenschützen Stans, welche den Choglegiessern ihre Pistolenanlage im Schwybogen, übrigens bis heu­te, zur Benützung zur Verfügung stellten.

 

Originalgetreue Waffen

Vorderladerpistolen und Vorderladergewehre werden in allen Variationen, echt und gefälscht, überall auf der Welt zum Kaufe angeboten. Die Choglegiessser Pilatus kümmert das wenig, sie halten sich nur an echte und alte oder originalgetreu nachgebaute Waffen. Erstaunlich, dass diese Vorderlader den heutigen Präzisionsanforderungen in Wettkämpfen gerecht werden. An internationalen Wettkämpfen wird mit Vorderladergewehren auf eine Distanz bis 1280 Meter und erst noch mit einer erstaunlichen Präzision geschossen und auch getroffen.

 

Welt- und Europameister

Mehrere Schützinnen und Schützen der Choglegiesser Pilatus bewiesen ihr grosses Können an nationalen und internationalen Wettkampfeinsätzen mit zahlreichen Schweizermeister-, Europameister- und gar Weltmeistertiteln. Den ersten Schweizermeistertitel gewann Hedy Müller, Stansstad, im Jahre 1981, also schon zwei Jahre nach der Vereinsgründung. Zwischen 1981 und 1997 gab es gar jedes Jahr einen Schweizermeister zu feiern. Besondere Erwähnung verdienen Theo Steiner, Oberägeri, Hansruedi und Werner Wüest, beide Kriens. Der ehemalige Horwer Theo Steiner wurde Vize-Weltmeister 1992, Vize-Europameister 1993 und zweimal Dritter an den Weltmeisterschaften. Er hält seit 10 Jahren den Weltrekord mit dem Freigewehr 50 Meter, stehend frei (Punktemaximum!). Hansruedi Wüest krönte seine Laufbahn mit dem Vize-Weltmeister 1987 und dem Vize-Europameistertitel im Jahre 1984. Werni Wüest durfte sich im Jahre 1996 in England als Weltmeister feiern lassen, wobei er schon im Jahre 1984 als Doppel-Europameister auftrumpfte. Von 1984 bis 1992 hielt Werni Wüest auch den Europarekord mit dem Luntenschlossgewehr kniend 50 Meter.

 

Neben den internen Wettkämpfen wie Klub- und Endschiessen bestreiten die Choglegiesser mit ihren Freunden Seebuebe Wädenswil alljährlich einen speziellen Cup-Wettkampf. Gefragt ist die Vielseitigkeit, weil die Resultate Pistole (25 Meter) und Gewehr (stehend frei 50 Meter) addiert werden. Selbstverständlich kommt dabei die sprichwörtliche Kameradschaft unter der Vorderlader-Schützenfamilie nicht zu kurz.

 

Zukunftsaussichten

Im Gegensatz zu den 300-Meter-Schützengesellschaften verzeichnen die Vorderladerschützen steigende Mitgliederzahlen. Dies kommt nicht von ungefähr, denn mit dem Volksschiessen und weiteren Aktivitäten bringen die Choglegiesser Pilatus das anspruchsvolle Vorderladerschiessen unter das interessierte Volk. Wer sich für die Waffengeschichte interessiert, ja gar von alten Waffen begeistert ist und gleichzeitig den sportlichen Wettkampf sucht, der ist bei den Choglegiessern genau richtig. Schützenmeister Theo Steiner sieht der Zukunft auf jeden Fall optimistisch entgegen. Er meint: «Ich bin überzeugt, dass die Schützengesellschaft Stans, die Pistolenschützen Stans und wir Choglegiesser Pilatus noch viele Jahre gemeinsam im Schwybogen schiessen können, denn wir Schützen sollten die gleiche Daseinsberechtigung wie jede andere Sportart haben.»

 

 

(Entnommen aus einem Bericht von Franz Odermatt über die Choglegiesser Pilatus im "Nidwaldner Wochenblatt" vom 10. April 2003)